Sehl, Irina

Irina Sehl wurde 1955 in Moskau geboren und ist dort aufgewachsen. Mit einem Diplom in Germanistik und Anglistik arbeitete sie zunächst als Dolmetscherin, später unterrichtete sie Deutsch und Englisch in Abendkursen für Erwachsene. Nebenbei fertigte sie verschiedene Fach- und Belletristik-Übersetzungen an und übersetzte zumeist Kurzgeschichten deutscher und amerikanischer Autoren ins Russische, zum Beispiel von Joachim Novotny und Meridel Le Sueur.

Auch wenn sie niemals die deutsch-sowjetische Freundschaft der DDR ernst nahm: dieser staatlich geförderte Tourismus brachte ihr einmal Glück. Sie begegnete 1988 ihrem zweiten Mann – und das im Deutschkurs. 1990, drei Monate vor der Wiedervereinigung, zog sie mit ihrer neunjährigen Tochter zu ihm nach Ost-Berlin. Zu dritt bekamen sie dort eine Wohnung in einem soeben noch zu DDR-Zeiten fertiggestellten Plattenbau am Stadtrand.

Zwei Blöcke weiter eröffnete gerade eine Volkshochschule. 1991 war Irina Sehl eine der Ersten und blieb bis 2009 freiberufliche Dozentin für Deutsch als Fremdsprache und Englisch. Es war eine Zeit des Wandels und der Umbrüche. Ihre Erlebnisse aus diesen 18 Jahren hat sie in ihren „Geschichten aus der Volkshochschule“ niedergeschrieben.